Wissen was man macht!

Fortsetzung von Warum sollte man bei uns lernen?

Aber man muss wissen, was man macht!

Wenn Sie bei uns einen Sportboot-Führer­schein machen, so bekommen Sie in der Ausbildungs­zeit wesentlich mehr beigebracht, als Sie für die Prüfung jemals benötigen. Die Prüfung und der Führer­schein selbst sind eher ein „Neben­pro­dukt“, das Sie locker in Ihrer Freizeit machen.

Und das ist der große Unterschied zu anderen Schulen: Wenn Sie dann auf sich alleine gestellt loslegen, dann werden Sie kaum in eine Situation kommen, wo Sie nicht mehr weiter wissen. Ihre Familie, Freunde und Bekannte an Bord vertrauen Ihnen. Sie sind der Kapitän, der Mechaniker und Notarzt. Für alles sind Sie alleine ver­ant­wort­lich (moralisch und rechtlich!). Sie haben zu ent­schei­den, was wer wo wie macht. Doch dafür müssen Sie auch alles wissen, was es zu bedenken gilt. Der Sport­boot-Führer­schein See wird auch als „Lizenz zum selbständigen Üben“ bezeichnet, oft eine reale Ein­­schät­zung des Scheines.

So sieht die Realität an den meisten Segel­schulen aus: (eigene Erfahrungen)

  • Die Segellehrer sind frustriert, da sie kaum etwas verdienen (Demotivation). Es gibt Se­gel­schulen, wo Segellehrer gerade € 400.- im Monat verdienen. Welcher quali­fizierte Segel­lehrer würde wohl dafür arbeiten?
  • Auflagen der Segelschulen, möglichst viele Kurse zu verkaufen.
  • Nach dem SBF-S bieten viele Schulen ein sogenanntes Skipper­training an. Dort können (dürfen) Sie lernen, was Sie eigentlich wirklich brauchen. Man könnte es auch „bewusstes Dumm­halten der Schüler“ (während der SBF-S – Ausbildung) bezeichnen. Oft werden auch falsche Kurse mit faden­scheinigen Argumenten angeboten.
  • Un­genü­gen­des Lehr­material.
  • Viele Schulen bilden mit kleinsten Jollen oder Schlauch­booten aus, eine richtige Yacht können sich nur wenige leisten. Und diese haben dann oft nur eine Grund­aus­stattung oder werden gechartert.
  • Unqualifizierte Ausbilder.
  • An manchen Schulen verdienen sich Studenten ein Taschengeld, sogar andere Schüler werden manchmal als „Segellehrer“ ausgegeben.

Leider haben selbst andere Ausbilder das Fach­wissen oft nicht, die techni­schen Möglich­keiten sind nicht vorhanden oder sie sind einfach des­interessiert (oder frustriert), stehen unter Zeitdruck oder verlangen Geld für Extrakurse.

Es gibt auch keinerlei Rege­lungen, wie eine Ausbil­dung sein muss / soll. Alles ist also möglich und wird gnaden­los aus­genützt. Es gibt leider keinerlei Regelung wie in der Aus­bildung zum Auto­führer­schein. Nur die selbst­ernannte Institu­tion DSV (Deutscher Segler­verband http://www.dsv.org) über­nimmt feder­führend die Prüfung und erlässt die Prüfungs­ordnung. Kontrol­len gibt es kaum, Kritik wird niedergebügelt.

Der DSV prüft, aber die See prüft gnadenlos nach.
Und selbst wenn der Prüfer beide Augen zudrückt, die See verzeiht Ihnen keine Fehler mehr.

Hier ein einfaches Beispiel: Fragen Sie mal einen  x-belie­­bigen Segel­schüler, wie er das sogenannte „Mensch über Bord – Manöver“ gelernt hat. Sicher wird er sagen, das man einen Rettungs­ring, Fender oder eine Boje ins Wasser warf und diese anzuschließend wieder herausgefischt hat. Gut – mehr wird in der Prüfung auch nicht verlangt. Leider.

Mensch über Bord - Rettungsübung. Siehe Downloads: Anwendung des Mobilen MOB-Rettungssystem‎Aber haben Sie jemals gehört, das ein 80 kg schwerer Dummy aus dem Wasser zu bergen war? Wohl kaum – aber genau das ist die Reali­tät. Und um bei diesem Bei­spiel zu bleiben – zu oft ist genau das passiert. Auch erfahrene Skipper haben Personen nicht mehr an Bord bekommen. Selbst wenn mehrere Schiffe zur Stelle waren, jedes Schiff mit mehreren Leuten an Bord. Ein trauriges Ergebnis – nicht nur für den Ertrunkenen. Siehe Schluss! Und wer hat dieses Ma­nö­ver jemals bei Nacht geübt? Gerade das ist eine Kunst, die aber nicht gelehrt wird. Kaum ein Segel­lehrer hat dies selbst einmal ver­sucht.

Hier noch ein weiteres Beispiel: Auf vielen Schiffen findet man Rettungs­westen, die lediglich den Min­dest­an­for­der­ungen genügen. Hier gibt es gewaltige Unter­schiede – auch im Preis. Wozu also die teuren Varianten kaufen, wenn der Schüler  auch mit den Billigen (ein Fünftel des Preises) etwas um den Hals hängen hat, was Sicher­heit verspricht? Wenn Sie ins Wasser fallen und es wirklich aufs Überleben ankommt, dann kennen Sie plötzlich den Unter­schied.

Diese negative Qualitäts­spirale lässt sich unendlich weiter führen. Die meisten Menschen (potentielle Schüler) suchen und vergleichen im Internet nach folgendem Gesichts­punkt:

  • In Schule A kostet eine Ausbildung € 350.-.
  • In Schule B kostet eine Ausbildung € 280.-.
  • In Schule C kostet eine Ausbildung € 250.-.

Wenn man es nicht besser weiß, geht man (logischerweise) in Schule C. Wäre auch absolut legitim, wenn man das gleiche Produkt billiger bekäme. Wir haben aber kein klar umrissenes Produkt, was man eins zu eins vergleichen kann wie etwa ein Produkt der gleichen Nummer desselben Her­stellers.

Klar ist, der Schein ist am Ende der Gleiche. Nur der Lern­­stoff, das Material, der Zeit­­auf­wand und die Schüler­­zahl unterscheiden uns, der Weg zum Schein ist eben offen. Jeden Tag macht irgendwo eine Segel­­schule auf, die Kunden­­zahl bleibt aber gleich. Demnach muss man billiger sein wie die Konkur­renz.

Das Resul­tat dieser Ent­wicklung: Eine Un­zahl von Schülern muss durchgeschleust werden und das, mit möglichst wenig Zeit- und Material­aufwand. Es fehlt das Geld für neueste Geräte, für Wartung oder Ersatzteile. Vorhandenes Material veraltet und verschleißt. Schüler begeben sich oftmals in Lebens­gefahr da sie es nicht besser wissen (können). Sie kennen weder die rechtlichen Vor­schriften noch haben sie Vergleichs­­möglich­keiten.


Weiterlesen: „Qualität hat einen Preis“